Gold & Silber: aktuelle Marktlage

Von Jan Weigelt

In den Medien entstand zuletzt der Eindruck, dass Gold und Silber zuletzt im Vergleich zu anderen Asset-Klassen schlecht performt hätten. In Anbetracht der hohen Volatilität, gerade bei Silber, ist dieser Eindruck auf subjektiver Ebene nachvollziehbar, faktisch ist er jedoch falsch, wie der folgende Vergleich zeigt:

Der Goldpreis konnte nach der ausgedehnten Korrektur im September und Oktober sein positives Momentum wieder aufnehmen. Vor allem in Euro halten sich die Notierungen des gelben Edelmetalls sehr gut. Zurück zu führen ist dies u.a. auf die Schwäche des Euro im Zuge der weiteren Eskalation der europäischen Schuldenkrise und auf die sehr robuste Nachfrage von institutioneller und privater Seite.

Seit vierzig Jahren haben die Zentralbanken nicht mehr so viel Gold gekauft wie im Zeitraum zwischen Juli und September dieses Jahres: 148,4 Tonnen wanderten im dritten Quartal in die Bestände der Banken. Dies ist wesentlich mehr als bisher bekannt war. Die Zahlen entstammen dem Quartalsbericht des World Gold Council. Für das Gesamtjahr erwarten die Experten hier eine Netto-Nachfrage von 450 Tonnen, nach nur 75 Tonnen im Vorjahr. Offenbar trauen die Notenbanken per Saldo ihrem eigenen ungedeckten Währungssystem immer weniger.

Die Unze Gold (31,1 g) kostet aktuell 1.713 US-Dollar. Dies entspricht einem Preisrückgang zum Vormonat von -1,7%. Zum Vorjahr verzeichnet das gelbe Edelmetall nach wie vor einen signifikanten Anstieg in Höhe von +25,6%. In Euro notiert die Unze Gold aktuell bei 1.282 Euro, ein Wertzuwachs von +4,7% gegenüber Vormonat und von +24,4% gegenüber Vorjahr (Datenstand: 28. November 2011).

Der Silberpreis leidet momentan etwas unter dem schwachen Kapitalmarktumfeld. Seine Bedeutung als Industrierohstoff lässt in Anbetracht der sich weltweit abzeichnenden Konjunkturschwäche Nachfragerückgänge befürchten. Gleichwohl hilft die Nachfrage privater Investoren nach Silber als Geldmetall, den Kurs zu stabilisieren. Besonders deutlich wird dieser Vorteil gegenüber den anderen beiden edlen Weißmetallen Platin und Palladium (siehe Chart oben „Gold & Silber mit klarer Outperformance“).

Eine Unze Silber (31,1 g) notiert aktuell mit 32,05 USD und damit 9,3% leichter als noch vor Monatsfrist. In Euro notiert die Unze Silber aktuell bei 23,98 Euro. Dies entspricht einer Verbilligung auf Eurobasis gegenüber Vormonat von -4,1%. Gegenüber Vorjahr weist Silber für Euroanleger nach wie vor eine deutliche Preissteigerung in Höhe von +18% auf (Datenstand: 28. November 2011).

Für die noch verbleibende Handelszeit in diesem Jahr erwarten wir aus saisonalen Gründen einen positiven Verlauf der Preise für Gold und Silber. Die Diskussion um die Heranziehung der EZB zur Staatsfinanzierung via Notenpresse gewinnt an Schärfe und Nachdruck. Sobald sich die ökonomischen Rahmendaten für jeden sichtbar auch in Deutschland eintrüben, wird die Bastion derer, die Geldwertstabilität dem Krisenmanagement durch Gelddrucken vorziehen, endgültig fallen und die monetären Edelmetalle werden in unmittelbarer Reaktion in preislich neue Dimensionen vordringen. Der neue Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), der Italiener Mario Draghi, hat mit der jüngsten Zinssenkung und dem massiven Ankauf von Staatsanleihen über das Wertpapieraufkaufprogramm (SMP) bereits seine klare Bereitschaft zur Reflationierung der Wirtschaft und zur direkten Staatsfinanzierung signalisiert. Für Edelmetalle bedeutet dieser desperate geldpolitische Stil ein ideales Umfeld. Bleiben Sie investiert und stocken Sie weiter auf!

Quelle: Solit Kapital


Aktualisiert am 1. Dezember 2011 | Tags: , ,