Russen setzen Fahne am Nordpol

Von Jan Weigelt

In 4261 MetRussen setzen Fahne am Nordpolern Tiefe

An Bord eines Mini-U-Boots haben drei Russen als erste Menschen den Meeresboden am Nordpol erreicht. Sie hinterließen eine russische Fahne – Symbol für Moskaus strittigen Anspruch auf Gebiet und Bodenschätze unter dem Polarmeer.
Dort werden Milliarden Tonnen an Öl- und Gasvorkommen vermutet.

Quelle MPC:  „MIR heißt übersetzt Frieden, und Mir-1 lautet der Name des russischen Tauchboots, mit dem ein dreiköpfiges Team heute in der Tiefsee am geografischen Nordpol aufgesetzt ist. Nach übereinstimmenden Medienberichten erreichte das kleine U-Boot den Meeresboden in 4261 Metern Tiefe. Dort habe die Besatzung eine russische Flagge aus Titan in den Meeresgrund gerammt, berichtet die Nachrichtenagentur Itar-Tass. In anderen Berichten war von einer Kapsel aus Titan die Rede, welche die russische Flagge enthalte. Jedenfalls hat die russische Nordpol-Expedition ihr Ziel erreicht – vom nördlichsten Punkt der Erdkugel symbolisch Besitz zu ergreifen.

„Es ist wie das Hissen der Flagge auf dem Mond“, sagte Sergej Baljasnikow, der Sprecher des zuständigen Instituts für Arktis- und Antarktisforschung. „Erstmals in der Geschichte erreichen Menschen den Meeresboden unter dem Nordpol.“
Expeditionsleiter Artur Tschilingarow meldete schon bald nach Beginn des Tauchgangs seinen Kollegen an Bord des Forschungsschiffs „Akademik Fjodorow“, sein U-Boot habe den Meeresgrund erreicht. „Die Landung war sanft, der gelbliche Boden umgibt uns, es sind keine Meeresbewohner zu sehen“, zitierte ihn Itar-Tass. Tschilingarow sitzt als Abgeordneter im Moskauer Parlament, der Duma. Der frühere Arktisforscher ist außerdem Präsident der russischen Vereinigung der Polarforscher.

Neue Kriegsschiffe, Wettrennen um die Schätze der Arktis
Angesichts eines angekündigten massiven Ausbaus der eigenen Kriegsflotte und des Vorpreschens im Gebietsstreit am Nordpol fürchten Beobachter schon einen Kalten Krieg in der Arktis. Das Gebiet ist vor allem aus wirtschaftlichen Gründen interessant – dort werden Milliarden Tonnen an Öl- und Gasvorkommen vermutet. Die Mir-Tauchfahrt wirft ein Schlaglicht auf die Rivalitäten zwischen Russland, den USA, Kanada und weiteren Anrainerstaaten der Polarregion. Auch EU-Mitglied Dänemark hofft nachweisen zu können, dass der Lomonossow-Rücken eine Fortsetzung Grönlands ist – und damit seines eigenen Territoriums.
Die Tauchboote werden am späten Nachmittag zurückerwartet. Die Mannschaften müssen den Weg zurück an die Öffnung im 1,5 Meter dicken Eis finden, bevor ihre Sauerstoffvorräte zur Neige gehen. Der atombetriebene Eisbrecher „Rossija“ hatte in der Nacht ein rund 125 auf 10 Meter großes Loch für die beiden U-Boote geräumt, wie der Fernsehsender RTR berichtete. Das zweite Boot traf laut dem Fernsehsender Westi 24 in 4302 Metern Tiefe auf den Meeresgrund. An Bord von „Mir-2“ war auch ein Wissenschaftler aus Schweden.
„Niemand weiß, was da unten ist“, hatte Wladimir Grusdew gesagt, einer der drei Insassen der Mir-1. Bevor das Tauchboot zum Nordpol aufbrach, orakelte er gegenüber dem Fernsehsender Channel One: „Was ist, wenn wir dort Atlantis finden?““

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Aktualisiert am 3. September 2009 | Tags: , , ,