Unter Donnergrollen fast so schnell wie der Blitz: Matej Meyer landet auf Platz drei

Von Jan Weigelt

(alu) Wettergott Petrus schickte Blitze, Donner und Regen auf die Erde, aber für Matej Meyer war dieses Rennen fast schon so etwas wie ein himmlisches Vergnügen. „Das hat richtig Spaß gemacht. Mit diesem Ergebnis hätte ich nie gerechnet“, sagte der 25 Jahre alte Eisenacher Mountainbiker vom Team Degere, der beim SKS-Bike-Marathon „Rund um Zierenberg“ vor den Toren von Kassel auf den dritten Platz stürmte und unter 142 Teilnehmern auf der 106-km-Strecke sogar der zweitbeste Deutsche war. Auf der zwei Mal zu bewältigenden Runde mit 2560 Höhenmetern waren nur der Holländer Bram Rood vom Team Mitsubishi – Siegerzeit: 4:03:21 Stunden – und Christian Schneidawind (RVC Trieb/6:56 Minuten zurück) schneller. Lediglich12:47 Minuten hinter dem Gewinner rollte Meyer über den Zielstrich und hatte damit souverän den Platz auf dem Podest behauptet.

Auf der anspruchsvollen Strecke entwickelte sich vom Startschuss an ein spannendes Rennen, zu dem der Eisenacher Mountainbiker vom 1. MTB-Club Suhl nach dem Studium des Wetterberichts mit Sonne und Wärme gerechnet hatte. Nach 30 Kilometer aber verdunkelte sich der Himmel und Blitze zuckten durch die Wolkendecke. „Das war natürlich nicht so schön, zumal durch den Regen die aufgeweichte Strecke noch schlammiger wurde“, sagte Meyer: „Aber gestört hat mich das nicht.“

Unterwegs lieferte er sich mit der diesmal besonders zahlreich vertretenen Konkurrenz aus den Niederlanden ein verbissenes Rennen, während vorn Rood und Schneidawind am ersten Anstieg davongezogen waren. In einer Gruppe von sieben Fahrern war Matej Meyer der einzige Deutsche und rätselte, welche Taktik sich die Holländer nun ausgedacht haben. „Ich habe kein Wort verstanden. Aber die haben wohl diskutiert, wie sie am besten Platz drei erobern“, sagte der Eisenacher, der sich auch davon nicht beeindrucken ließ. Zwar drückten die Konkurrenten bei den Anstiegen ordentlich auf das Tempo, dafür verloren sie auf den teils anspruchsvollen Abfahrten viel Zeit. „Das hat mich etwas überrascht. Ich hätte nicht gedacht, dass ich die anderen Fahrer ausgerechnet an dieser Stelle abhängen kann, aber diese Chance habe ich genutzt“, sagte Meyer, dessen Spezialität eigentlich die Kletterei am Berg und weniger die Tempohatz gen Tal ist.

Während ganz vorn Rood und Schneidawind um den Sieg kämpfen, raste Matej Meyer auf den Bronzerang. Bis auf den Tagessieger waren die fliegenden Holländer auf dem Boden der Tatsachen gelandet, dafür kam der Eisenacher Degere-Fahrer zu einer schönen Erkenntnis: „Das Rennen hat gezeigt, meine Form stimmt.“

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Aktualisiert am 23. August 2011 | Tags: , ,