Skeptiker und Realisten

Von Jan Weigelt

Gold- und Silberinvestoren sind ein besonderer Typus Anleger – ein hart gesottener Typus: Stur und in Sachen Geld unbelehrbar skeptisch. Viele von ihnen kaufen Edelmetalle als Versicherung gegen das weicher werdende Papiergeld, wissen sie doch, dass die zur Rettung des Finanzsystems durchgeführten Druckbetankungen der Notenbanken in Billionenhöhe Folgen haben werden: Einen weicher werdenden Euro.

Wenn Schulden inzwischen als Ursache für die weltweiten Finanzprobleme erkannt wurden, was liegt dann näher, als noch mehr Schulden zu machen? Wie heiter! Und das ist nicht zuletzt der Grund für steigende Preise seit zwölf Jahren. Man muss mehr Verrechnungseinheiten hinblättern, um einen Liter Benzin kaufen zu können oder eine Unze Gold, den Gelddruckorgien der Zentralbanken sei Dank.

Gold und Silberkäufer sind berechnend und wetten auf die Fehler von Regierungen und Notenbanken – weniger aus Zockerei, vielmehr aus Sorge um den Erhalt des Vermögens respektive des Ersparten.

Gold fungiert diesbezüglich als Barometer wie ein Kanarienvogel in der Kohlegrube. Kaum verwunderlich, dass große Finanzmarktteilnehmer versuchen, ihn zum Schweigen zu bringen. Dem Gold als Feind des Papiergeldes wird in aller Regelmäßigkeit „der Hintern versohlt“.

Wasserfallartige Kursstürze, wie jüngst bei Silber aber auch bei Gold, sind weniger Zufall, sondern gewollt und in den Augen Interessierter notwendig, um dem hart gesottenen Völkchen der Edelmetallinvestoren auf die Finger zu klopfen und die anderen von dieser heißen Herdplatte fernzuhalten.

Übrigens… Wem Gold zu altmodisch ist, der kann ja auch Aktien kaufen, sagen die Experten. Unternehmen produzieren Cash-Flow. Gold produziert nichts. Firmen können Pleite gehen. Gold nicht. Sie haben die Wahl!

 

Quelle: Solit


Aktualisiert am 9. März 2012 | Tags: , , ,